Nachrichten aus dem Süden

Landkreis Augsburg: Landratsamt startet Solaroffensive

Bis zu 3,4 Prozent Rendite sind mit einer eigenen 10-kW-Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Eigenheimes möglich – mit Elektroauto sogar bis zu 4,7 Prozent. Was bei der heutigen Zinssituation fast traumhaft klingt, ist für Solaranlagen durchaus realistisch. Das beweist eine aktuelle Studie der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin im Auftrag der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Es lohnt sich, wieder in Solarstrom zu investieren. Als Marschroute gilt: Großzügig planen, viel Strom selbst verbrauchen, gerne ins eigene E-Auto tanken, durch einen Batteriespeicher den Solarstrom rund um die Uhr nutzbar machen. Unabhängige Infos gibt es bei der „Solaroffensive 2019“ des Landratsamtes Augsburg.
Die Solarenergie in und rund um Augsburg hat beste Voraussetzungen: Hier ist die Sonneneinstrahlung weit höher als im Bundesdurchschnitt. Das enorme Potential gilt es zu nutzen, um die Klimaschutzziele der Region bis zum Jahr 2030 zu erreichen. So soll der CO2-Ausstoß gegenüber 1990 um 55 Prozent sinken. Zahlen des Landratsamtes Augsburg machen deutlich, dass der Ausbau von Photovoltaik (PV) einen neuen Schub nötig hat. „2019 ist der richtige Zeitpunkt, um in eigengenutzten Solarstrom zu investieren und Rendite zu machen. Solarstrom aus der eigenen PV-Anlage ist klimafreundlich und mit rund zehn bis 15 Cent netto Selbstkostenpreis pro erzeugter Kilowattstunde (kWh) deutlich günstiger als Strom aus dem Netz“, so Margit Spöttle, Klimaschutzbeauftragte des Landratsamtes Augsburg. Erhebungen zeigen, die Dachflächen sind da in der Region. Das Landratsamt Augsburg startet im April seine „Solaroffensive 2019“ mit einer ganzen Reihe kostenfreier Vorträge – Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen sollen unabhängig und kostenfrei beraten werden, Strom über eine eigene PV-Anlage zu ernten.
Infoveranstaltung für Hausbesitzer: „Strom aus der eigenen Photovoltaik-Anlage: Pack die Sonne auf dein Dach, in den Speicher oder ins Elektroauto!“ Termin: Montag, 15. April, 19 Uhr, Landratsamt Augsburg (Prinzregentenplatz 4, Augsburg), Großer Sitzungssaal (Raum 184, 1. OG)
Themen: eigenerzeugter Strom, Strom-Autarkie, Wirtschaftlichkeit von PV-Anlagen, Batteriespeichern und Elektroautos, steuerliche Aspekte
Referent: Michael Vogtmann, unabhängiger Solarberater, Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie, Landesverband Franken e. V. (DGS)
Anmeldung erforderlich: Birte Grüter, 0821 3102 2682, klimaschutz@LRA-a.bayern.de
PV-Infoabende für Landwirte Photovoltaik für den Bauernhof lohnt sich 2019 wieder! Für große PV-Flächen auf Hallendächern winken zahlreiche Fördermöglichkeiten. Doch aufgepasst: Wahrscheinlich endet bereits Mitte 2020 die EEG-Förderung für PV-Neuanlagen, weil die Gesamt-Zubaugrenze von 52 Gigawatt erreicht wird (52-GW-Deckelung). Wer noch oder wieder investieren will, sollte daher keine Zeit verlieren. Deshalb laden die Maschinenringe Augsburg und Nordschwaben gemeinsam mit dem Klimaschutzteam des Landkreises Augsburg zu zwei kostenfreien Infoveranstaltungen ein.
Termine: Mittwoch, 17. April, 19 Uhr, Westendorf, Gasthof Zur Krone, Hauptstraße 38 (Schmidbaur) und Dienstag, 14. Mai, 19 Uhr, Fischach, Gasthof Zur Traube, Augsburger Straße 6
Themen: Deckelung der Förderung ab voraussichtlich Mitte 2020 (52 GW), Renditemöglichkeiten neuer PV-Anlagen und PV-Anlagenerweiterung, Finanzierung, Eigenverbrauch, Stromabnahme nach EEGFörderung, Repowering bestehender Anlagen, Stromspeicher, Freiflächenanlagen, Agrophotovoltaik
Referent: Michael Vogtmann, unabhängiger Solarberater, Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie, Landesverband Franken e. V. (DGS)
Ohne vorherige Anmeldung: Eingeladen sind alle Landwirte, zusammen mit interessierten Nachbarn und Bekannten, egal ob PV-Anlage vorhanden ist oder nicht.
Photovoltaik-Spezialberatungen Termine: Donnerstag, 18. April und Donnerstag, 27. Juni, Landratsamt Augsburg (Prinzregentenplatz 4, Augsburg), 9.45 bis 17.30 Uhr, Raum 037 (EG), Beratungsdauer: 45 Minuten
Themen: PV-Anlage fürs Eigenheim, Batteriespeicher, Fördermöglichkeiten, Sonnenstrom für Elektromobilität, Mieterstrom-Modelle
Referenten: Michael Vogtmann, unabhängiger Solarberater, Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie, Landesverband Franken e. V. (DGS)
Anmeldung erforderlich: Birte Grüter, 0821 3102 2682, klimaschutz@LRA-a.bayern.de
Rendite-Tipps für PV-Anlagen
Großzügig planen Je größer, desto besser – diese einfache Regel gilt bei Photovoltaik: Größere Anlagen tun mehr fürs Klima und werfen über die Jahre viel höhere Gewinne ab. Eigenheimbesitzer sollten ihre Dachfläche deshalb voll für den Solarstrom ausnutzen. Für ein Kilowatt Leistung benötigt man etwa acht Quadratmeter Fläche. Damit lassen sich durchschnittlich 950 Kilowattstunden (kWh) Strom pro Jahr ernten. Für das Eigenheim sind meist PV-Anlagen mit einer Leistung von 3 bis 10 kW passend.
Strom selbst verbrauchen Den größten finanziellen Vorteil bietet Strom vom Dach, wenn er direkt im Haus verbraucht wird. Dann spart er so viel Geld ein, wie dieselbe Menge Strom aus dem Netz kosten würde. Pro Kilowattstunde sind das durchschnittlich 26 Cent. Fließt eine Kilowattstunde dagegen ins Netz, gibt es dafür nur rund elf Cent Einspeisevergütung. Deshalb lautet die Devise: Strom möglichst dann verbrauchen, wenn die Sonne scheint! Wasch- und Spülmaschinen sollten unter einem Solardach um die Mittagszeit laufen.
Batteriespeicher Mit Zeitschaltuhren oder Energiemanagern lassen sich zwar schon bis zu 40 Prozent des eigenerzeugten Stroms unmittelbar selbst verbrauchen. Der Großteil des Solarstroms wird aber als Überschuss ins öffentliche Netz eingespeist. Steigt der Stromverbrauch am Abend an, muss in der Regel der benötigte Strom vom Energieversorger gekauft werden. Batteriespeicher machen Solarstrom rund um die Uhr nutzbar, denn mit einem Solarspeicher fließt der nicht direkt genutzte Solarstrom in die Batterie und steht zeitunabhängig zur Verfügung. „So lassen sich Autarkiegrade von bis zu 80 Prozent erreichen“, informiert Margit Spöttle. Die Speicherkapazität sollte sich am Stromverbrauch der PV-Leistung orientieren. Üblich ist ein Verhältnis von 1:1 – bei der PVAnlage mit einer Leistung von sechs kW sollte die Batterie eine Kapazität von rund sechs kWh haben. In den vergangenen Jahren gab es einen regelrechten Preisrutsch bei Batteriespeichern. Die Kosten haben sich fast halbiert und liegen aktuell bei durchschnittlich 1.200 Euro pro Kilowattstunde Speicherinhalt. Es gibt aber auch bereits Systeme, die inklusive Leistungselektronik und Mehrwertsteuer 800 Euro pro Kilowattstunde kosten. Bundesweit waren bis Ende 2018 rund 125.000 Speicher installiert.

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